AVM: Zeitbombe im Kopf

Am 16. April 2010 brach der Schlagzeuger Devon Clifford (rechts im Bild, Foto: paperbagrecords) während eines Auftrittes seiner Band "You Say Party - We Say Die!" plötzlich zusammen. Es war das letzte Lied des Abends, er kam ins Krankenhaus und verstarb kurze Zeit später an den Folgen einer Hirnblutung. Diagnose: Arteriovenöse Malformation. Er war gerade mal 30 Jahre alt und wusste nichts von der Missbildung in seinem Kopf.

Es ist einer der wenigen Fälle, die es durch die (relative) Bekanntheit der Band in die Presse geschafft haben. Wobei in den meisten Artikeln, die man über Google zu dem Vorfall findet, (leider) kein Wort über die AVM verloren wird. Hirnblutung, Schlaganfall, Hirninfarkt - das reicht den meisten Redakteueren offensichtlich als Begründung für den plötzlichen Tod aus. Nicht so in der Süddeutschen Zeitung: Hier schilder der Redakteuer, Tilo Krause, den Vorfall ziemlich eindrücklich:

"Ohne es zu wissen, hatte Devon von Geburt an eine Zeitbombe im Kopf, genannt Arteriovenöse Malformation, eine Arterie, die direkt ohne kleine Zwischengefäße mit einer Vene verbunden ist und somit jederzeit platzen konnte. An diesem Abend passiert es, Kurzschluss im Gefäßsystem, Hirnblutung."

Lesenswert ist hierzu auch Artikel der Vancouver Sun, wo die AVM ebenfalls erwähnt wird. Die Band hat sich nach dem Vorfall umbenannt und das "We Say Die!" aus Respekt ohne zu Zögern gestrichen. Zunächst wollten die Miitglieder die Band auflösen, haben dann aber nach den eindringlichen Bitten der Eltern von Devon Clifford ihre Tour fortgesetzt. In den Blogeinträgen der Band sieht man aber, dass sie nur schwer über den Verlust hinwegkommen. Das letzte Lied des Abends hieß "She's Spoken For", das sie nie wieder live spielen wollen.
 

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