Das DICOM-Bildformat

Die Digitalisierung brachte in der Medizin große Fortschritte mit sich: Manche der modernen medizinischen Bildgebungsverfahren wären ohne Computer gar nicht denkbar. Egal ob Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Angiographie oder digitale Substraktionsangiographie - überall fallen mit jeder Untersuchung unzählige Bilddaten an.

In den Anfangsjahren wurden die Aufnahmen in der Regel ausbelichtet - wer kennt nicht die großen schwarzweißen Röngenbilder, die an einer Lichtwand in der Arztpraxis hängen oder im Krankenhaus zu sehen sind. Das benötigt Zeit und ist nicht ganz billig. Ein weiterer Nachteil ist auch die Verfügbarkeit - Aufnahmen müssen ggf. bei externen Ärzten bestellt werden oder vom Patienten zu jeder Untersuchung wieder mitgebracht werden.

Mit dem DICOM-Dateiformat wurde ein offener Standard zum Austausch von Bilddaten im medizinischen Bereich geschaffen (siehe auch Wikipedia-Beschreibung). DICOM steht dabei für den englischen Titel "Digital Imaging and Communications in Medicine".

Bild-, Patienten- und weitere Meta-Daten

Die Bilddaten können unkomprimiert gespeichert werden, bei Bedarf aber auch komprimiert. Die Datei kann allgemeine Patienteninformationen enthalten, ebenso wie Diagnosen, Messverfahren, Untersuchungseinstellungen, Zeitangaben etc.

Zudem können die Bilder einer Serie zugeordnet werden - wenn mehrere Bilder hintereinander aufgenommen wurden, was in der Regel der Fall ist, kann damit die eindeutige Position innerhalb der Serie bestimmt werden.

Spezielle Anzeigesoftware

Die Hersteller von MRT-, CT-Geräten usw. bieten kostenfreie Anzeigesoftware an, mit denen man die Bilder einer Studie ansehen kann. Die Software ist optimiert auf das DICOM-Bildformat, man kann sich die Metadaten der Bilder anzeigen lassen und die Bilder z.B. als Film abspielen lassen. Moderne Versionen unterstützen die Anzeige von 3D-Daten, womit die Ärzte z.B. bei der digitalen Substraktionsangiographie die Arterien und Venen aus allen Perspektiven ansehen können. Ein- und Auszoomen ist kein Problem, ebenso kann der Kontrast gezielt geändert werden.

Beispiel Screenshot der Software "syngo fastview" von Siemens

 

Großer Vorteil: Leichter Austausch der Daten

Die digitalen Aufnahmen können in vielen Kliniken/Praxen direkt vom Patienten auf CD oder DVD mitgenommen werden, wobei einige den Mehraufwand und den Datenträger in Rechnung stellen. Ebenso kann z.B. der Hausarzt einen Datenträger mit Kopien der Bilder anfordern. Dadurch kann vermieden werden, dass unnötige doppelte Untersuchungen durchgeführt werden und alle behandelnden Ärzte können sich mit den aktuellen Aufnahmen z.B. über den Krankheitsverlauf informieren.

Weiterer Vorteil: Archivierung

Vor allem in Kliniken und Fachzentren entstehen täglich tausende neue Bilder, die natürlich auch archiviert werden müssen. In alten Röntgenfilm-Zeiten gab es riesige Lager mit unzähligen Regalen. Die DICOM-Bilder können dagegen sehr viel einfacher auf modernen Servern gespeichert werden. Das spart nicht nur räumlich Platz, sondern hat auch den Vorteil, dass Ärzte über das Netzwerk schnell und unkompliziert auf ältere Aufnahmen zugreifen können, ohne die Schwester ins Archiv schicken zu müssen.

Relevanz für mein Thema

Die Aufnahmen der MRT-/CT-/...-Untersuchungen spielen bei der Diagnose einer arteriovenösen Malformation eine große Rolle und werden sicherlich auch den Patienten im Gespräch gezeigt (und dann hoffentlich auch erläutert). Ich schätze, für die Patienten sind die Bilder erst mal ein Schock - bei einer Kopfaufnahme erkennt sicher auch der Laie die Umrisse des Gehirns und dann ist da mitten drin ein großer Fleck, der da offensichtlich nicht hingehört - die AVM.

Von daher sind die Bilder an sich für die Patientenaufklärung sicher relevant, das DICOM-Dateiformat halte ich aber für nebensächlich. Nach meiner Recherche werden die Bilder-CDs in der Regel mit einem Programm zum Ansehen zur Verfügung gestellt (z.B. dem genannten syngo fastview). Worum es sich bei dem Dateiformat handelt ist dann eher für Experten interessant...

Links zum Thema

The DICOM Standard (englisch)

DICOM-Seite der NEMA (Initiator, englisch)

Danke an Prof. Tille für den Hinweis!

Zusätzliche Informationen