Internationale ARUBA Studie

ARUBA ist eine internationale klinische Studie und will den optimalen Weg finden, wie man Patienten versorgt, bei denen eine arteriovenöse Malformation entdeckt wurde, die noch nicht geblutet hat. ARUBA ist dabei eine Abkürzung für den langen Titel "A Randomized Trial of Unrupted Brain Arteriovenous Malformations".

Die Studie wird weltweit mit über 800 Patienten durchgeführt, die über 5 bis 8 Jahre regelmäßig (alle 6 Monate) untersucht werden. Auch Deutschland ist dabei, beteiligte Kliniken sind z.B. die Charité in Berlin, die Unikliniken in Dresden, Essen, Frankfurt, Freiburg, Heidelberg, Hamburg und München.

Die große Frage lautet: sollen arteriovenöse Malformationen wirklich schnellstmöglich behandelt, verschlossen oder entfernt werden, wenn sie entdeckt wurden, oder ist es besser, eine AVM unbehandelt zu lassen? Welche Auswirkungen hat eine Behandlung auf das Risiko einer Hirnblutung, wird das Risiko durch den Eingriff vielleicht sogar erhöht?

Wie mit einer entdeckten AVM umgehen?

Laut einem Artikel der Medical Tribune herrscht derzeit noch große Ungewissheit darüber, ob eine sofortige Behandlung wirklich die beste Lösung ist. In dem Artikel wird recht klar auf das Risiko eingegangen, wenn man die AVM unbehandelt lässt:

"Stellen Sie sich vor, hundert Personen haben das Gleiche im Kopf wie Sie. Von diesen fällt jedes Jahr eine um wegen Blutung, die übrigen bleiben stehen. Operiert man alle hundert sofort, fallen zehn auf einmal um und danach keine mehr.", so Dr. Christian Stapf vom Hôpital Lariboisière in Paris.

Gleichzeitig kann es aber gut sein, dass das Risiko von Operationen im Vergleich zum "normalen" Risko einer unbehandelten AVM eventuell höher ist. Da es bisher keine Studien dazu gab, wurde ARUBA ins Leben gerufen. Das generelle Problem aller Studien zu AVM: es ist sehr schwer, genug Teilnehmer zu finden, da die AVM ja sehr selten sind. Von daher ist die internationale Zusammenarbeit in dem Bereich sehr wichtig.

Sorge der Patienten: Bluthochdruck vermeiden?

Laut dem Artikel haben viele Patienten Angst vor Aktivitäten, die den Blutdruck erhöhen, z.B. Sport oder Sex. Sie befürchten, dadurch kann es schneller zu einem Hirninfarkt kommen, was die Ärzte aber verneinen. Patienten mit AVM müssen sich nicht in ihrer Lebensqualität einschränken:

Wenn das "Hochdruckblut" aus der Arterie direkt auf den venösen Schenkel trifft, resultiert aus der Flusssteigerung ein Druckverlust. Vermehrte Rupturgefahr durch körperliche Belastung gibt es nicht.

Auf diese "Sorge der Patienten" werde ich in der Infografik auch eingehen. Ich habe schon an anderen Stellen im Internet davon gelesen und offenbar herrsch bei der Frage große Unsicherheit seitens der Patienten und Familienangehörigen.

Links zum Thema:

Offizielle Website der Studie (englisch)

Artikel "Operation wegen Blutungsgefahr ein Bumerang?" in der Medical Tribune

Zusätzliche Informationen