Studie Patientenaufklärung (3)

Und noch eine dritte Studie, die den Einfluss eines Aufklärungsvideos im Rahmen der Patienteninformation untersucht hat: Cornelia Salzwedel hat sich ebenfalls mit der audiovisuellen Aufklärung vor einer Anästhesie (Narkose) beschäftigt (wie die Studie im vorherigen Beitrag).

Salzwedel, C. (2008). Einfluss und Nutzen von filmischen Modulen im Rahmen der anästhesiologischen Patientenaufklärung. Unveröffentlichte Dissertation, Medizinischen Fakultät, Universität Hamburg.
http://www2.sub.uni-hamburg.de/opus/vollte[...]stelle.pdf

Die Testreihe

Bei dieser Studie mit 209 gewerteten Teilnehmern gab es drei Studiengruppen:

  • Gruppe A mit typischer mündlicher Aufklärung (Arztgespräch) - 73 Personen
  • Gruppe B mit Videoaufklärung VOR dem Arztgespräch - 68 Personen
  • Gruppe C mit Videoaufklärung NACH dem Arztgespräch - 68 Personen

Auch in dieser Studie wurde die Patientenzufriedenheit untersucht, das Patientenwissen nach der Aufklärung abgefragt und Angsteinflüsse geprüft. Das Durchschnittsalter lage wie bei den anderen Studien wieder bei 55+.

Die Ergebnisse

Alle drei Patientengruppen war sehr zufrieden mit ihrer Aufklärung. Beim Wissenstest schnitten die Gruppen mit Video leicht besser ab, als Gruppe A ohne Video. Ein Pluspunkt für die unterstützende Videoaufklärung. Auf das Angsterleben der Patienten hatte die Videoaufklärung keinen nachweisbaren Einfluss.

Bei der Dauer des Aufklärungsgespräches gibt es schon größere Abweichungen: Bei Gruppe B, die direkt vor dem Arztgespräch das Video sahen, dauerte das Arztgespräch im Schnitt 6 Minuten länger - wobei dies hauptsächlich für eine Untergruppe gilt, die ein komplizierteres Narkoseverfahren vor sich hatten.

Die Frage, ob die Videoaufklärung vor oder nach dem Arztgespräch besser ist, lieferte ein ausgewogenes Ergebnis. Beide Varianten sind effektiv. Bei Gruppe C haben sich aus dem Film noch kleine Fragen ergeben, die Patienten verzichteten aber auf ein zusätzliches Arztgespräch, da die meisten Fragen von den Schwestern beantwortet werden konnten.

 

Bildnachweis/Quelle: Deutsche Fotothek, Fotograf: Abraham Pisarek

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